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Roter Förderturm der Zeche Zollverein mit Backsteingebäude und '25'-Banner. Die ikonische Industriestruktur erhebt sich vor blauem Himmel.
Roter Förderturm der Zeche Zollverein mit Backsteingebäude und '25'-Banner. Die ikonische Industriestruktur erhebt sich vor blauem Himmel.

Wir haben einen tollen Reisebericht von unserem lieben Kollegen Markus erhalten. In seinem Beitrag gibt er uns Einblicke von seiner Tour durch das industrielle Erbe des Ruhrgebiets auf der Sternfahrt ab/bis Essen.

Im Mai 2026 ist Markus zu einer sechstägigen Radreise aufgebrochen. In sternförmigen Tagesetappen hat er die Region ab/bis Essen beradelt. 

In seinem Bericht teilt er seine Eindrücke, seine Highlights und einige praktische Tipps, um einen Vorgeschmack auf diese einzigartige Reise zu geben.

Tag 1: Anreise Essen

Wir reisen entspannt mit der Bahn nach Essen an. Das Hotel Sheraton Essen erreicht man vom Bahnhof aus zu Fuß in knapp 10 Minuten. Wir sind früh dran und unser Zimmer ist noch nicht fertig. Aber unsere Leihräder stehen bereit und so stellen wir unser Gepäck im Hotel ab und machen eine erste kleine Tour in Richtung Einkaufsmeile.

Zu unserer Freude findet in Essen an diesem Wochenende „Essen Original“ statt, ein großes Stadtfest mit vielen Ständen in der Fußgängerzone. So flanieren wir erstmal durch die Innenstadt und genießen ein Eis bei herrlichem Wetter und schauen uns spontan den Essener Dom an. Dort ist eine „Goldene Madonna“ zu sehen, die älteste vollplastische Marienfigur der Welt aus dem Jahr 980. Sie gilt als das bedeutendste Kunstwerk des gesamten Ruhrgebiets. Was für ein toller Einstieg in den Urlaub!

Anschließend radeln wir zurück zum Sheraton Hotel und beziehen unser Zimmer in der 5. Etage mit Blick auf den Essener Stadtpark. Das große Superior Zimmer bietet viel Komfort und ein sehr gutes Bett. Da es warm ist, entschließen wir uns spontan ins nur knapp 4 Kilometer entfernte Grugabad zu radeln und uns noch etwas abzukühlen. Die Strecke dorthin führt größtenteils geradeaus durch die „“, die Rüttenscheider Straße – eine Fahrradstraße! - mit vielen Restaurants, Bars, Bistros und Eiscafés.

Moderne Hotellobby im Sheraton Essen mit dunklen Sesseln, Holzboden, hohen Fenstern mit Jalousien, Pflanzen und schwarzem Flügel im Hintergrund.

Feedback: Hotel Sheraton Essen

Das „Sheraton Essen“ hat unsere Erwartungen übertroffen. Ein sehr gutes Stadthotel in bester Lage direkt am Stadtpark. Vom Hauptbahnhof Essen geht man gemütlich in ca. 5 – 10 Minuten zum Hotel. Die Zimmer sind überdurchschnittlich groß. Wir hatten ein Zimmer in der 5. Etage mit Blick auf den ruhigen Stadtpark. Das Hotel bietet eine großzügige Lobby, eine Bar, ein Restaurant mit Blick direkt in den Stadtpark. Bei schönem Wetter lädt die Außenterrasse direkt am Stadtpark zum Verweilen ein. In der Lobby gibt es tagsüber kostenfrei Wasser + Kaffee. Ein Schrank mit gekühlten Getränken (gegen Gebühr) steht ebenfalls in der Lobby. Ferner verfügt das Hotel im Tiefgeschoss über einen großen Saunabereich, der für Hotelgäste kostenfrei mitgenutzt werden kann. Das Frühstücksbuffet lässt keine Wünsche offen. Es ist sehr vielfältig mit allem was das Herz und der Magen begehrt. Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass die Wurstwaren wie Aufschnitt etc. direkt von einem lokalen Fleischer aus Essen kommen. 
Das Highlight des Hotels ist das Personal: wir sind selten in einem Hotel so freundlich und zuvorkommend behandelt worden, und dass ausnahmslos von jedem einzelnen Mitarbeitenden, dem wir im Sheraton Hotel begegnet sind – einfach toll! 😊

Zwei Schieferplatten mit Macarons und Physalis auf Puderzucker, daneben Servietten, Gabeln und eine handgeschriebene Willkommensnachricht vom Sheraton Essen.

Tag 2: In den Norden

Einmal aus der Stadt heraus, wird es grün und fast idyllisch. Wir radeln heute in Richtung Gelsenkirchener Nordsternpark, unter anderem entlang des Rhein-Herne-Kanals, vorbei am Amphitheater Gelsenkirchen. Bei Bottrop kommen wir am Fuße der Halde „Tetraeder“ vorbei und halten an. Im Ruhrgebiet gibt es zahlreiche Halden, das sind aufgeschüttete Berge vom Abraum des Bergbaus. Der „Tetraeder“ ist mit 120 Metern Höhe eine der größten Halden. Wir überlegen kurz, ob wir uns den „Aufstieg“ antun, es geht über 387 Stufen hinauf auf das Haldenplateau. Oben auf der Halde gibt es eine freihängende Treppenkonstruktion in Form einer Pyramide mit weiteren 204 Stufen. Der Aufstieg ist anstrengend, aber oben angekommen werden wir mit einem herrlichen Rundblick über das Ruhrgebiet belohnt. Wir haben Glück, die Sicht ist hervorragend, wir können von hier aus Gelsenkirchen, Essen und sogar bis nach Duisburg schauen. Beim Abstieg hat man einen super Blick auf die Kokerei Prosper in Bottrop, die noch in Betrieb ist. Nach kurzer Radtour entdecken wir noch eine weitere (stillgelegte) Kokerei Prosper II mit dem Malakoff-Turm, inzwischen ein Industriedenkmal mit Biergarten und Eventbereich. Wir machen Rast in dem schönen Biergarten und trinken passenderweise ein „Bottroper Bier“, bevor wir unsere Tour in Richtung Essen zurück fortsetzen. Heute geht’s zur Abkühlung und Muskelentspannung noch einmal ins Grugabad. Nach dem Schwimmen machen wir Halt auf der „Rü“ und kehren im türkischen Schnellrestaurant „Miran“ ein – sehr empfehlenswert!

Luftaufnahme der Kokerei Prosper mit dampfendem Kühlturm, Schornsteinen und Gebäuden, umgeben von dichtem Grün.

Tag 3: Zeche Zollverein in Essen

Das Wetter spielt heute leider nicht mit, so entschließen wir uns für eine Planänderung. Bei einer Sternfahrt ist diese Spontanität kein Problem und so verkürzen wir die heutige Tour und radeln zur Zeche Zollverein in Essen. Die „schönste Zeche der Welt“ wurde 2001 zum UNESCO-Welterbe ernannt und feiert in 2026 ihr 25. Jubiläum. Wir fahren die imposante orangefarbene Rolltreppe zum Besucherzentrum hinauf und ergattern noch die letzten beiden Tickets für die nächste Führung „Über Kohle und Kumpel“. In der rund einstündigen Führung erfahren wir sehr viel über die Arbeits- und Lebensbedingungen der Bergleute. Wir lernen die authentisch bewahrten Produktionshallen in den Übertageanlagen kennen. Die Zeche und die Führung sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen!

Von einem Ur-Essener haben wir den Tipp erhalten, dass man in Essen auf jeden Fall mal einen „Taxiteller“ im Nikolaus Grill in Essen Stoppenberg essen sollte. Der Imbiss ist nicht weit entfernt von der Zeche Zollverein, also fahren wir hin zum Mittagessen. Ein „Taxiteller“ ist eine deftige Angelegenheit mit Currywurst, Gyros, Zaziki und Pommes. Wirklich lecker, aber auch sehr „gehaltvoll“. 😉 Es hört heute nicht auf zu regnen, wir radeln zurück ins Sheraton Hotel und wärmen uns am späten Nachmittag im schönen Saunabereich im Tiefgeschoss des Hotels auf. Am Abend haben wir einen Tisch im Hotelrestaurant reserviert. Wir genießen unser 3-Gänge Menü, welches im Reisepreis inkludiert ist und lassen den Tag gemütlich an der Hotelbar ausklingen.

Gourmet-Vorspeise auf schwarzem Schieferplatte mit knusprigem paniertem Plätzchen in der Mitte, umgeben von Räucherlachs und Frischkäse mit Kaviar.

Tag 4: Der Süden

Auf dem Ruhr-Radschnellweg geht es weitestgehend autofreie in Richtung Mühlheim. Die Strecke ist eben und einfach perfekt zum Radfahren.

Die Highlights des Tages liegen aber auf dem Rückweg: Werden mit der ehemaligen Abtei in Essens Süden. Werden hat eine schöne historische Altstadt und viele Baudenkmäler. Wir machen Rast im Café Werntges, eine „Institution“ in Werden und vor allem am Wochenende ein beliebtes Ausflugsziel, zumal der Stadtteil auch direkt am Naherholungsgebiet „Baldeneysee“ liegt. Wir radeln halb um den Baldeneysee und nehmen die Abkürzung über das Sperrwerk. Von hier aus ist nur eine kurze Radtour bis zur Villa Hügel, eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Tour, das Haus mit Parkanlage der Industriellenfamilie Krupp. Die Villa Hügel und die sehr gepflegte Parkanlage sind ein wunderschöner Ort. Mit dem Eintritt von € 8,- pro Person hat man Zugang zum Park und zur Villa Hügel. Die schlossähnliche Villa mit seinen 399 Zimmern zeichnet sich durch die historischen und gut erhaltenen Räume aus. Man kann sich kostenfrei eine App herunterladen. Mit der App kann man sich an den einzelnen Stationen in den Räumlichkeiten selbst informieren oder von der App erklären lassen. Am späten Nachmittag fahren wir von hier wieder zurück ins Hotel.

Am Abend machen wir noch eine kurze Radtour und essen in der kleinen Spaghetteria „da Camillo“ nicht weit vom Hotel entfernt. Das kleine familiengeführte Restaurant erinnert eher an ein Wohnzimmer, die Atmosphäre ist einfach, aber gesellig und sehr herzlich, das Essen wunderbar, die Preise günstig. Wir kommen sehr schnell ins Gespräch mit den Inhabern und anderen Gästen. Dieses kleine Ristorante und das oben beschriebene Café Werntges sind ein echter Geheimtipp! 💡

Villa Hügel, ein neoklassizistisches Herrenhaus in Essen mit cremefarbener Fassade, grünem Kupferdach und rosa Flaggen am Eingang unter bewölktem Himmel.

Tag 5: Im Osten

Auf nach Bochum! Hier sehen wir uns heute das Deutsche Bergbau-Museum an. Neben einer großen Dauerausstellung nehmen wir an einer Führung im Anschauungsbergwerk in 20 Metern Tiefe teil. In die „Tiefe“ geht es mit einem Seilfahrtsimulator. Auf dem ca. 1,2 Kilometer langen Streckennetz lernen wir viel über den Arbeitsalltag der Bergleute bis hin zur technischen Entwicklung mit imposanten Maschinen. Der Eintritt inkl. Führung kostet € 18,- je Erwachsener, aber es lohnt sich allemal!

Unser Abschluss des heutigen Tages ist der Besuch der „Lichtburg“ Essen – ein weiterer Höhepunkt in Essen! Die „Lichtburg“ ist mit 1250 Plätzen Deutschlands größtes Filmtheater. Das Kino und der beeindruckende Kinosaal in 50er Jahre Architektur machen das unter Denkmalschutz stehende Gebäude zu einem ganz besonderen Kinoerlebnis. Ein toller letzter Abend unserer schönen Tour!

Ikonischer türkisfarbener Förderturm überragt das rote Backsteingebäude des Deutschen Bergbau-Museums in Bochum. Grüne Wiese im Vordergrund.

Tag 6: Abreise

Wir schlafen aus, genießen ein letztes Mal das üppige Frühstücksbuffet im Sheraton Hotel, müssen heute aber leider schon wieder abreisen. Mit vielen tollen Eindrücken und sehr netten Begegnungen fahren wir mit der Bahn zurück nach Hause.

Sehenswürdigkeiten dieser Tour:
Es sind unzählige Sehenswürdigkeiten, unter anderem: Zeche Zollverein in Essen, Villa Hügel in Essen, Kino „Lichtburg“ in Essen, Essener Dom, Gasometer Oberhausen, Halde „Tetraeder“ in Bottrop, Deutsches Bergbau-Museum in Bochum usw. usw.
Neben dem Sheraton Hotel in Essen befindet sich die Philharmonie Essen sowie das Aalto Theater. Ebenfalls nicht weit entfernt befindet sich das herausragende Kunstmuseum „Folkwang“.

Meine Lieblingsplätze während der Tour:
Oben auf dem „Tetraeder“ mit Rundblick auf das gesamte Ruhrgebiet – ich hätte Stunden hier verbringen können, um mir die umliegende (Industrie-)Landschaft anzuschauen.

Am Abend: Ristorante „da Camillo“ in Essen. Klein, familiär und sehr nette Gastgeber. Wir haben uns gefühlt wie bei einem italienischem Familienessen.😊

Panoramablick vom Tetraeder über Essen mit dichten grünen Baumkronen im Vordergrund und Wohngebieten mit Kirchtürmen in der Ferne.

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