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Rad und Schiff Rhein Köln
Rad und Schiff Rhein Köln

MS Olympia: Rad & Schiffreise von Saarburg nach Koblenz

"Jedes Jahr unternehme ich eine kombinierte Rad- und Schiffreise. Da ich allein reise, bietet mir diese Art von Urlaub die perfekte Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen und interessante Menschen kennenzulernen."

25.05.2024 Anreisetag

Die Anreise per Bahn von Oldenburg erfolgte nach Trier und nicht nach Saarburg, da dort wegen des Hochwassers nicht angelegt werden konnte.

Beim Anblick der MS Olympia stellte sich gleich ein angenehmes „Zuhause-Gefühl“ ein, da ich im letzten Jahr bereits die Rhein-Tour von Mainz nach Köln gebucht hatte. 

Alle meine fünf Bekannten waren schon eingetroffen und die Wiedersehensfreude war riesig. Auf der letzten Tour habe ich diese netten Menschen an meinem Restauranttisch kennengelernt und wir haben uns für diese Reise verabredet.

Check in Kabine 228 auf dem Oberdeck (zur Alleinnutzung), wie im letzten Jahr. Ich mag diese Kabine sehr, sie liegt ruhig, trotzdem sie sich achtern über dem Maschinenraum befindet. Eine gewisse Geräuschkulisse gibt es ja auf diesen kleineren Schiffen immer. Die Kabine bietet alles, was man braucht: ein Fenster zum Öffnen, eine Klimaanlage, ein bequemes Bett, einen separaten Schrank-Raum und ein akzeptables, sauberes Bad.

Am späten Nachmittag findet am Anreisetag immer ein Willkommens-Cocktail, bei dem sich die Crew vorstellt, statt. Hier hat man dann auch zum ersten Mal die Gelegenheit, andere Gäste kennenzulernen. Auf unserer Tour waren ca. 70 Kanadier, Belgier, Niederländer und Amerikaner an Bord, der Rest war deutschsprachig, also ein internationales Publikum.  
Zum Abschluss des Tages gab es zum Abendessen ein 4-Gang-Menü in geselliger Runde. Wir hatten uns viel zu erzählen und waren voller Spannung auf unsere Radtouren an Saar und Mosel, vor allem auch auf die vielen schönen Orte.

Rad und Schiff Niederlande

26.05.2024 Trier - Saarburg, 42 km

Nach dem Frühstück befüllen wir unsere Brotdosen mit Brötchen vom reichhaltigen Buffet und haben auch schon gleich das erste Infogespräch mit dem Reiseleiter Reinhard. Er wurde in dieser Region geboren und kennt die Gegend aus dem Effeff (er hat sogar ein Buch über die Mosel geschrieben). Wir bekommen unser gedrucktes Routen-/Kartenmaterial und er gibt Tipps und aktuelle news zur heutigen Etappe. Das ist besonders wichtig, da es aufgrund des vorangegangenen Hochwassers eine Umleitung auf dem Weg von Trier nach Saarburg gibt. Er hat die Route so ausgearbeitet, dass insgesamt 42 Kilometer zu radeln sind. 

In der Zwischenzeit stehen die Räder schon in Reih und Glied an Land, dank der unsichtbaren guten Geister der Crew. Erstmal das bestellte Elektrorad inspizieren, alles wie bestellt: mit Lenker- und Gepäcktasche, 8-Gang-Rücktritt.
Los geht es: da die MS Olympia nicht in Saarburg anlegen konnte, radeln wir heute „rückwärts“ von Trier nach Saarburg, das Schiff bleibt in Trier. Das Wasser der Saar steht sehr hoch, aber die Radwege sind trotzdem schon wieder gereinigt und an den meisten Stellen auch befahrbar, so dass wir nur teilweise absteigen und schieben mussten (Matsch). Das hatten wir uns schlimmer vorgestellt und wir sind froh, dass wir fast immer den schönen Fluss neben uns haben. In Saarburg angekommen, machen wir eine Spazierrunde durch die schöne Altstadt und bewundern den Wasserfall mitten im Ort. Nach einem leckeren Cappuccino und unserem mitgebrachten Lunchpaket geht es wieder zurück nach Trier. Heute war es sehr frisch und wir genießen an Bord einen heißen Kaffee und frischen Kuchen (täglich inkludiert). Wir beschließen, noch eine Runde durch Trier zu unternehmen. Eine wunderschöne, lebendige Stadt. 

Abends, nach einem wieder vorzüglichen Essen, hat unser Kapitän dann noch eine „Magic Show“ im Salon inszeniert. Er ist ein Hobby-Zauberer und es war ein lustiger und toller Abend. 

MS Olympia Rhein

27.05.2024 Trier - Mehring, 28 km

Da die heutige Etappe kurz ist, entscheiden wir uns, zunächst  Trier noch einmal ausgiebiger zu erkunden: Porta Nigra und den Dom, die älteste Bischofskirche Deutschlands, stehen auf dem Plan.

Dann starten wir auf schönen asphaltierten Radwege, die fast immer am Fluss entlang führen. Allerdings sind manche Abschnitte streckenweise noch wegen Schlamm, Wasser und Geäst gesperrt.  Die Umleitungen führten teils auch noch über matschige Wege, so dass wir viel schieben mussten. Das war ziemlich anstrengend und wir wurden auch schmutzig, sind dann aber oft zum Weintrinken eingekehrt😊. 

In Mehring angekommen, wartete unser Schiff schon auf uns und wir haben uns erst einmal auf dem Deck erholt und die schöne Landschaft voller Weinberge genossen. Mehring ist ein ganz kleiner Ort und es gab nicht viel zu sehen.
 

Rad und Schiff Olympia

28.05.2024 Mehring - Bernkastel-Kues, 47 km

Das Etappenziel heute ist einer der bekanntesten Orte an der Mosel: Bernkastel-Kues, eine Hochburg des Weinanbaus.

Da das Wetter heute bedeckt und regnerisch ist, bleibe ich auf dem Schiff. Die MS Olympia fährt nur tagsüber d.h. wenn alle Gäste von Bord sind, startet sie um 10.00 Uhr und kommt am Zielhafen, je nach Strecke, zwischen 13.00 – 14.00 Uhr an. 

Wenn man an Bord bleiben und nicht Radfahren möchte, muss der Rad-Crew am Abend vorher Bescheid gegeben werden, dass die Räder am nächsten Morgen nicht an Land gebracht werden müssen. Ebenso trägt man sich für das Mittagessen in eine Liste ein, so dass der Koch den Einkauf entsprechend kalkulieren kann. Hier muss auf jeden Fall erwähnt werden, dass das Essen auch mittags von vorzüglicher Qualität ist (3-Gang).

Ich habe auf dem Deck gesessen und die herrliche Landschaft an mir vorbeiziehen lassen. Da das Schiff sehr langsam fährt, kann man wunderbar die Seele baumeln lassen und z. B. den Mosel-Schleusenvorgang bei Detzem beobachten, das Weinschiff in Neumagen-Dhron bestaunen und überall an den Weinhängen konnte man ablesen, welche Weingüter dort ihren Wein anbauen.

Ganz schnell war auch schon Bernkastel-Kues erreicht, ein mittelalterlich anmutendes Doppelstädtchen bestehend aus dem weltbekannten Bernkastel und den durch die Mosel getrennten Stadtteil Kues. Hier bin ich noch ein paar Kilometer mit dem Rad gefahren und habe mir den Ort angeschaut. Ein liebliches, lebhaftes Städtchen mit einem schönen Marktplatz und natürlich einigen Vinotheken.  

Rad und Schiff Olympia

29.05.2024 Bernkastel-Kues - Zell an der Mosel, 43 km

Heute wird wieder geradelt. Mit meinen Freunden freue ich mich auf Traben Trarbach, die Stadt an der Mittelmosel, und auch auf Zell. Auf dem Radweg, der wieder immer entlang des Wassers führt, genießen wir den romantischen Blick auf die Mosel. Nach ca. einer halben Stunde kommt die gigantische Moselhochbrücke bei Zeltingen in Sicht.  Weiter geht´s über Erden und Kindel nach Traben Trarbach. Hier verweilen wir in einem Eiscafé (mal wieder) und genießen im Anschluss unsere mitgebrachten Leckereien. 
Nach einem kurzen Stadtbummel durch den Ort, der durch seinen wunderbaren Jugendstil geprägt ist, geht es weiter. Romantische Landschaften entlang der sich schlängelnden Mosel sind unsere Begleiter bis nach Zell an der Mosel. Historische Gebäude, umrahmt von grünen Weinbergen und mit Blick auf die „Zeller Schwarze Katz“, der bekanntesten Weinanlage an der Mosel, machen den Ort zu einer wahren Attraktion. Hier schauen wir uns noch das sehenswerte Stadtschloss an, bevor wir wieder an Bord gehen.

Rad und Schiff Olympia

30.05.2024 Zell an der Mosel - Cochem, 38 km

Eine kurze Tagesetappe liegt vor uns und wir sehen mit Spannung Cochem entgegen, einem der touristischen Höhepunkte an der Mosel. Aber vorher erreichen wir nach ca. 28 km noch den Ort Beilstein, dem „Dornröschen an der Mosel“, komplett unter Denkmalschutz und unfassbar romantisch. Wir wandern hoch zum Karmeliterkloster mit der St. Josefkirche und legen im Cafe´ eine Pause ein. Dabei genießen wir einen Rundum-Panoramablick. Es fällt schwer, diesen zauberhaften kleinen Ort zu verlassen, aber wir müssen ja noch etwas radeln. Noch ein paar schöne Fotos machen und dann sind wir auch schon am Zielort angelangt. Wir besuchen in Cochem die Reichsburg, die hoch über der Stadt thront und lernen viel über die Geschichte der mittelalterlichen Stadt. 

Rad und Schiff Olympia

31.05.2024 Cochem - Koblenz, 53 km

Die letzte Radetappe! Wir radeln nach Moselkern und machen hier eine Pause, um die Burg Eltz per pedes zu erklimmen, anstrengend, aber die vielleicht schönste Burg Deutschlands und der Ausblick entschädigen. Jetzt haben wir es etwas eilig und wir fahren durch bis nach Koblenz, das wir ja noch genießen möchten. Die Stadt liegt malerisch am Deutschen Eck, hier fließen Rhein und Mosel zusammen und viele Touristen sind in der Stadt. Durch die wirklich sehenswerte Altstadt lässt es sich wunderbar schlendern und wir lassen den Nachmittag bei Kaffee und Kuchen ausklingen.

Heute Abend steht das Captain´s Dinner an, unser Abschiedsabend. Die Crew verabschiedet sich mit einer tollen Gesangseinlage und alle sind etwas wehmütig. Die obligatorische Eisbombe darf nicht fehlen und wir genießen unser letztes leckeres Menü.

Rad und Schiff Olympia

01.06.2024 Heimreise

Nach einem letzten Frühstück verabschieden wir uns von der Crew und voreinander. Wir werden im nächsten Jahr wieder eine gemeinsame Rad- und Schiffreise machen – welche, wissen wir noch nicht. Diese Aussicht lindert etwas unseren Abschiedsschmerz und nach einem letzten Blick auf unsere „Olympia“ geht jeder seiner Wege. Im Zug nach Hause lasse ich die Woche noch einmal Revue passieren und bin noch ganz erfüllt von all den schönen Eindrücken und gemeinsamen Erlebnissen – es war wieder wunderschön.  

Rad und Schiff Olympia

Wetter

Es hat immer mal wieder geregnet, aber es gab auch viele trockene Stunden bei durchgängig frischen Temperaturen. Ein bisschen öfter Sonne und Wärme wären toll gewesen. Es hat immer mal wieder geregnet, aber es gab auch viele trockene Stunden bei durchgängig frischen Temperaturen. Ein bisschen öfter Sonne und Wärme wären toll gewesen.

Rad und Schiff Rhein

Mein Fazit

Auch meine zweite Rad- und Schiffreise mit der MS Olympia war wieder eine tolle Mischung aus Erholung und aktiver Auszeit. Viele kleine Ortschaften, eine zauberhafte Region und ein gemütliches Schiff.

Wer es gerne etwas lebendiger möchte, dem empfehle ich die Tour mit der MS Olympia auf dem Rhein von Mainz nach Köln oder umgekehrt. Dort gibt es unterwegs mehr Einkehrmöglichkeiten, das habe ich hier etwas vermisst.

Unter uns:

Positives: 
  • freundliche Crew, besonders die Radmechaniker und der Kapitän
  • Sauberkeit an Bord
  • Abwechslungsreiche 4-Gänge-Abendmenüs
  • sehr gute Vorbereitung mit der APP
  • ausgewogene Radetappen
  • leichtläufige Elektroräder
  • prima ausgeschilderte Radwege, leichte Orientierung 
  • angenehme Aufenthaltsmöglichkeiten im Salon und auf dem Sonnendeck

Nicht so Positives:
  • Frühstücksauswahl etwas eintönig
  • Crew spricht kein Deutsch und nur gebrochen Englisch (bis auf den Reiseleiter und den Kapitän), nicht mal die Rezeption und die Hoteldirektorin
  • Kabine gemütlich, aber etwas in die Jahre gekommen

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